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"Additive Fertigung": Was ist das eigentlich? - Auf einer Tagung der IHK Nordschwarzwald in der Kulturhalle Remchingen

"Additive Fertigung" sind Begriffe neben den momentan so geläufigen wie "Industrie 4.0" oder "Service Optimization", mit denen sich sämtliche Industriezweige beschäftigen und auseinandersetzen müssen. Aus diesem Grund führten Werner Morgenthaler, zuständig für Technologietransfer und Innovationsberatung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK), zusammen mit IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler und Markus Wexel, zuständig für die Regionale Wirtschaftsförderung und den Technologietransfer der IHK sowie Klaus Günter, zuständig für Innovation und Technologie bei der Handwerkskammer Karlsruhe, das Symposium "Additive Fertigung" in der Kulturhalle Remchingen durch.

 

Was genau bringt uns der 3 D-Druck?

 

Die wesentlichen Fragen, die offensichtlich im Zentrum der Veranstaltung standen, waren die, inwieweit die additive Fertigung klassische industrielle Verfahren sinnvoll ergänzt und wie die 3 D-Druckverfahren Unternehmen neue, sinnvolle oder gar innovative Lösungen im Bereich der Fertigung bieten. Dabei betonte Nadine Kaiser,  Prokuristin bei der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH, dass sowohl Kunst-, als auch Wertstoffe typisch für die Region Nordschwarzwald seien. Die Frage aber, inwieweit der 3 D-Druck das Spritzgussverfahren ersetze, stellt sich nach Aussagen Kaisers aber weder ihr, noch ihren Kollegen von der Wirtschaftsförderung, einfach weil nicht alle technischen Bedürfnisse und Gegebenheiten entsprechend der jeweiligen technischen Anforderungen gegeben sind. Simon Flubacher (siehe Foto oben) von der Apium Additive Technologies GmbH in Karlsruhe 

sagt zum Thema 3 D-Druck und dazu, welche Rolle das Unternehmen, in dem er arbeitet, 

in der Sache spielt:

 

"Aufgrund fehlender Standards in der Additiven Fertigung vermitteln wir mit 

jedem verkauften 3D-Druck-System das dazugehörige Wissen in Form einer individuell 

angepassten Schulung, abhängig vom Wissensstand und den Anwendungen des Kunden. 

Hier wird besonders auf die verfahrensgerechte Konstruktion und die Aufbereitung 

der 3D-Dateien eingegangen, da hier das größte Potential für den Anwender steckt. 

Funktionsintegrationen und Baugruppenoptimierung können hier vergleichsweise 

einfach umgesetzt werden. Mit der von uns angebotenen Software kann man jede 

gelegte Schicht als eigenen Prozess ansehen bzw. anlegen. So können in einem 

Bauteil verschiedene Wandstärken, Füllstrukturen und Füllgrade umgesetzt werden."

 

Alles ist möglich: Auch Zahnbrücken im 3 D-Druck...

 

Dass man aber sogar Zahnbrücken im 3 D-Druckverfahren nachbauen kann, berichtet mir gleich zu Beginn der Veranstaltung Arjan Stok vom STOQ-Managementservice in Birkenfeld (siehe Foto unten). Diese sind wohl weitaus günstiger als herkömmliche Brücken, dafür aber halten sie nur rund zwei Jahre. Eine Tatsache, die mich dann weitaus glücklicher gemacht hat, dass ich mich dazu entschlossen hatte, bei mir selbst eine Zahnbrücke aus Keramik einsetzen zu lassen.         

Letztendlich gilt zu sagen, dass es nicht das einzig gültige und verbindliche 3 D-Druckverfahren gibt, sondern zahlreiche und damit verschiedene Verfahren auf dem Markt sind. Was wiederum den Bogen spannt zu der erstgenannten Erkenntnis Nadine Kaisers. Mein Fazit letztendlich: Wesentlich ist, dass man dank des Additiven Fertigungsverfahrens leichter Einzelteile gemäß der innerhalb der Industrie gängigen Losgröße 1 fertigen kann.  

 

Die Veranstaltung war auf jeden Fall fachlich sehr interessant, anschaulich und brachte mir viele interessante und wichtige Kontakte. Topp!