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IHK Business-Talk für Kleinunternehmen

Aufmerksamkeit mit sich und anderen als Schlüssel zu Glück und Erfolg – Die IHK Nordschwarzwald fördert mit einem neuen Veranstaltungsformat den Austausch von Unternehmern mit- und untereinander

Das Thema „Achtsamkeit“ liegt gerade in aller Munde. Der Besuch von Yoga-Kursen verspricht das Verharren im Augenblick und dass man bei sich selbst ankommt, zum Beispiel durch bewusstes und tiefes Durchatmen. Auch die IHK Nordschwarzwald und ihre Gründerberaterinnen Rebekka Sanktjohanser und Anja Maisch, mit denen ich bereits seit über drei Jahren in Zusammenhang mit meiner Arbeit für die Pforzheimer Zeitung kooperiere, hatten das Thema anlässlich einer ihrer Veranstaltungen für sich entdeckt. Auch beider Chef, Stefan Hammes, war bei der Veranstaltung mit dabei und so habe ich diesen auch endlich einmal persönlich getroffen. So saßen wir und zahlreiche Teilnehmer schließlich vor kurzem in den Räumen der Firma Müssle Spezialitäten GmbH in der Ladenzeile gegenüber des Neuen Rathauses Pforzheim zum IHK Business-Talk mit dem Thema „Achtsamkeit“ und der Referentin und Coach Sabina Hacker-Kollmar beisammen.

 

Achtsamkeit als Weg zum Erfolg

 

Bei Brezeln, Laugenstangen, Joghurt und Früchten widmeten wir uns dem, wie Achtsamkeit uns selbst auch im beruflichen Alltag voranbringen kann. Denn innere, mentale Stärke ist schließlich ein guter Ratgeber für erfolgreich verlaufende Gespräche.
Dabei bedeutet der Begriff „Achtsamkeit“ so viel wie „Behutsamkeit“ sowie „Denken und Leben im Augenblick“. Die Referentin verwendet in diesem Zusammenhang auch zum Beispiel gerne häufiger den Begriff „mindfulness“ (deutsch: „Achtsamkeit, Aufmerksamkeit“), wie sie sagte. Bei der sogenannten achtsamkeitsbasierten Belastungsreduktion (engl.: Mindful Based Stress Reduction/MBSR) handelt es sich dabei um ein Achtsamkeitstraining, das im Falle von chronischen Schmerzen beim Patienten angewendet werden kann, wie die Referentin erwähnte. 


Mit 8 Prinzipien zum Glück und achtsamem Umgang mit sich selbst


Für den Alltag gibt uns der sogenannte „Anfängergeist“ einen ersten Impuls/ersten Eindruck sowie ein Gefühl über die Situation, beruhend auf Erfahrungen. Man entdeckt etwas Neues. Manchmal gehen Informationen verloren; je nachdem, ob man mit der Situation gute oder schlechte Erfahrungen verbindet. Die 3 Sekunden-Regel besagt überdies, dass die ersten drei Sekunden einer Begegnung darüber entscheiden, ob einem das Gegenüber sympathisch ist oder nicht. Fraglich sei allerdings, ob das tatsächlich so sei oder der Eindruck lediglich auf die jeweilige Erfahrung zurückgehe. Zweite Maxime für uns an dem Tag war, nicht bewertend vorzugehen. Einfach, um der Situation neutral gegenüber zu stehen und sich auch selbst nicht (so sehr) anzuklagen.
Drittens: Wichtig ist die Akzeptanz der Situation und dies, dass man gerade an ihr nichts ändern kann. Dies sei aber nicht mit Resignation gleichzusetzen, so Hacker-Kollmar. Auch die Gestalttherapie nach Fritz S. Perls wende dieses Prinzip an, wie Hacker-Kollmar, die sich am Gestaltzentrum Baden zur Gestalttherapeutin hat ausbilden lassen, sagte. Als viertes kommt das Nicht-Anhaften/Loslassen („Letting go“) hinzu. Wichtig ist ebenso fünftens, dem anderen zu vertrauen und der Abstand des Einzelnen dazu, sich einer Sache immer wieder versichern zu müssen; einem Prinzip, auf dem die ganze Versicherungsbranche mitsamt ihrer Fülle und Dicke an Vertragsunterlagen beruhe, so die Dozentin.


Geduld, Dankbarkeit und Großzügigkeit ebnen den Weg auch zum Gegenüber


Geduld als siebtes ist ebenso eine Tugend. Es reiche schon, wenn man einmal wahr genommen habe, wie man auf dem Stuhl sitze beispielsweise oder wie man atme. Ungeduld entstehe ferner dadurch, wenn man zum Beispiel an der Kasse warte oder etwas zum dritten Mal erkläre, auf dass es das Gegenüber auf jeden Fall begreife. Beobachten und Einzelheiten wahrzunehmen sei in diesem Falle der Schlüssel zum Glück, so Hacker-Kollmar. Bei Stress blockieren die Spiegel-Neuronen und man verliert den Blick für andere. Man vergisst seinen Altruismus und damit zum Beispiel jemandem, der in Not ist, zu helfen.
Dankbarkeit (engl.: „gratitude“) sowie achtens Großzügigkeit („generosity“) führten dabei zu mehr Zufriedenheit, Wohlbefinden und beruflichem Erfolg, wie die Referentin betonte.


Hintergrund


Auch einer der Hausherren, Max Müssle, der seit acht Jahren im Betrieb ist (seine Schwester zwei) und der die Vinothek 2017 entgegen dem Trend von Dönerbuden und Sisha-Bars in der Fußgängerzone eröffnet hatte, zeigte sich zufrieden und bot uns noch eine der Spezialitäten aus dem Hause, Brot(sorten) aus dem Odenwald, an. Weitere Delikatessen aus dem Hause Müssle sind Parmaschinken, Olivenöl und Wein.  
Das neue Veranstaltungsformat selbst war laut Anja Maisch eine Idee von ihren IHK-Kollegen aus ganz Baden-Württemberg, federführend von knapp 40.000 Unternehmern, unter ihnen viele Kleinunternehmer. „Als Netzwerkveranstaltung wollen wir lockere Themen aufgreifen“, so Anja Maisch. 

 

Weiterführende Informationen:

  

https://www.nordschwarzwald.ihk24.de/existenzgruendung/Ansprechpartner/anspr/2605862


Mehr über Sabina Hacker-Kollmar unter:

https://www.trainnovation.com/


Mehr über den Gastgeber der Veranstaltung:
https://www.lokalschatz.de/muessle-spezialitaeten/


Mehr zu Gestalttherapie nach Fritz Perls:

https://www.dgta.de/uploads/tx_rldgtauser/23bcb800c8eb80af21f7e42dbdce6f32_Gestalttherapie_nach_Fritz_Perls_-_Leonhard_Schlegel_-_Focus.pdf