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Liederabend im Badischen Staatstheater Karlsruhe

Märchen mal anders – Agnieszka Tomaszewska begeistert die Zuhörer beim 2. Liederabend mit deutsch-polnischer Romantik

Die Zuhörerinnen und Zuhörer sind begeistert. Begeistertes Klatschen erfüllt den lichtdurchfluteten Raum des Kleinen Hauses im Badischen Staatstheater, als Agnieszka Tomaszewska mit ihrer Sopran-Stimme den Raum erhellt. Unterstützt von Irene-Cordelia Huberti am Klavier singt die polnische Sopranistin Lieder wie „Rote Blätter“ oder „Sprich noch zu mir op. 3, Nr. 1“ von Mieczyslaw Karlowicz (1876-1909), das „Heidenröslein“ in polnischer Übersetzung oder „Der Goldfisch“ von Stanislaw Moniuszko (1819-1872). Nach einer Pause begeistert sie das Publikum mit der gesanglichen Interpretation von Auszügen aus den „Mörike-Liedern IHW 22“ wie „Er ist’s“ von Hugo Wolf (1860-1903), „Die Schildkröte“ oder „Der Alligator“ sowie „Die Hagebutte, der Weißdorn und die Glyzinie“ von Witold Lutoslawski (1913-1994). Besonders diese zuletzt genannten Lieder performt und singt sie mit Bravour, genauso aber auch mit Koketterie. Die Mörike-Lieder bestechen durch ihren Ideenreichtum sowie durch ihre Verschiedenartigkeit, welche von der Erlebnislyrik des Liedes „Verborgenheit“ bis hin zu musikalischen Impressionen bei „Er ist’s“ reichen, wie auch das Programmheft schildert.

 

Mit Kinderliedern zum inneren Kind reisen


Auch Karol Szymanowskis (1882-1937) Kinderlieder „Grille und Käfer“, „Besuch im Kuhstall“ oder „Der freche Star“ singt sie mit starker Stimme und einem Augenzwinkern, begleitet von einer deutschen Übersetzung der polnischen Lieder auf einem Monitor hinter ihr. Dabei bestechen die Kinderlieder durch extreme Rhythmuswechsel und überraschende Melodik und glänzen als ein Beispiel für polnische Folklore, wie auch das Programmheft schildert.
Auch Richard Strauss (1864-1949) kommt dabei nicht zu kurz mit seinen „Allerseelen op. 10, Nr. 8“, den „Schlagende Herzen op. 29, Nr.2“, dem „Wiegenlied op. 41, Nr.1“, „Schlechtes Wetter op. 69, Nr. 5“ oder „Morgen op. 27, Nr. 4“.
Eine beeindruckende, elegante Meisterleistung, welche mir persönlich darüber hinaus wertvolle Einblicke in die Kultur meiner Großeltern verschafft hat. Gerne ein weiteres Mal!

 

http://www.staatstheater.karlsruhe.de/
Mehr über Agnieszka Tomaszewska, siehe hier:
http://www.staatstheater.karlsruhe.de/ensemble/id/2392/